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Rechtsanwälte für Patienten e.V.

Ansprüche des Kindes gegen die Hebamme

Der Zusammenarbeit zwischen Frauenarzt und Hebamme, die im Rahmen der Pflegeberufe eine Sonderstellung einnimmt, kommt im geburtshilflichen Bereich große Bedeutung zu. Die Beziehungen zwischen Arzt und Hebamme sowie die Abgrenzung ihrer beiderseitigen Verantwortungs- und Aufgabenbereiche sind in einem sogenannten Hebammengesetz geregelt. Danach ist die Hebamme bei einem Geburtsverlauf ohne Komplikationen in der Lage, die Entbindung selbständig ohne Beistand eines Arztes durchzuführen.

Sobald jedoch Regelwidrigkeiten und Zeichen eines pathologischen Geburtsverlaufs auftreten, muss die Hebamme den Arzt rufen, dem allein die Behandlung regelwidriger Vorgänge bei Schwangeren und Gebärenden vorbehalten ist. Nur wenn ein Arzt nicht rechtzeitig herbeigerufen werden kann, darf und muss die Hebamme gegebenenfalls nach den allgemein anerkannten Grundsätzen der Hebammenhilfe selbst Eingriffe vornehmen.

Entsprechend dieser Verantwortungsleitung ist die Hebamme infolge ihrer eigenverantwortlichen und selbständigen Tätigkeit bei Normalgeburten befugt, bestimmte diagnostische und therapeutische Maßnahmen vorzunehmen, die im einzelnen in den jeweiligen Dienstordnungen der Länder niedergelegt sind. Alle weitergehenden Maßnahmen bedürfen der ärztlichen Anordnung. Dies umfasst sowohl die Verabreichung von Medikamenten in oraler oder rektaler Form wie auch die Vornahme intramusulärer oder intravenöser Injektionen.

Zusammenfassend ist also festzustellen, dass die Hebamme für die Tätigkeiten innerhalb ihres Aufgabenbereiches die alleinige Verantwortung trägt. Unterläuft ihr hierbei ein Fehler, so kann sie genauso wie der Arzt haftbar gemacht werden.

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