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Rechtsanwälte für Patienten e.V.

Ansprüche des Kindes gegen die Mutter

Nach derzeitigem Recht hat ein ungeborenes Kind gegen seine Mutter grundsätzlich keine Ansprüche,wenn es geschädigt zur Welt kommt. Etwas anderes gilt jedoch im Falle grober Fahrlässigkeit. Wenn beispielsweise die Mutter trotz dringenden ärztlichen Rates aufgrund einer Risikosituation des Fetus eine Hausgeburt vornehmen läßt und sich das Risiko verwirklicht, sind Ansprüche des Kindes gegen die Mutter juristisch begründbar. Wenn das Kind in diesen Fällen gegen den Geburtshelfer vorgehen will, muß es sich gegebenenfalls sogar ein Mitverschulden der Mutter anrechnen lassen, so dass seine Ansprüche bei Vorliegen eines Behandlungsfehlers deutlich geringer ausfallen können.

Vor der Geburt ist der Arzt grundsätzlich an die Weisungen der Mutter gebunden, das heißt er darf zum Beispiel nicht ohne weiteres gegen ihren Willen zum Schutz der Gesundheit oder des Lebens des Kindes einen Kaiserschnitt machen.

Nach der Geburt kommt es hinsichtlich der Einwilligung in ärztliche Eingriffe auf die Willensfähigkeit an. Diese Willensfähigkeit bedeutet „die von Fall zu Fall vom Arzt zu prüfende Reife und Fähigkeit, die Tragweite des ärztlichen Eingriffs für Körper, Beruf und Lebensglück zu ermessen.“ So benötigt der Arzt bei Minderjährigen unter 14 Jahren grundsätzlich die Einwilligung eines Erziehungsberechtigten. Vom 14. bis zum vollendeten achtzehnten Lebensjahr kommt es darauf an, wie der Arzt die Persönlichkeit des Jugendlichen im Hinblick auf den geplanten, konkreten Eingriff beurteilt.

Verweigern die Eltern mißbräuchlich einen erforderlichen ärztlichen Eingriff, so muß sich der Arzt an das Vormundschaftsgericht wenden, das „die zur Abwendung der Gefahr erforderlichen Maßregeln“ trifft. Ist dafür aber keine Zeit mehr, also Gefahr im Verzuge, so kann der Chirurg den zweifelsfrei gebotenen Eingriff selbst verantworten.

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