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Rechtsanwälte für Patienten e.V.

Geburtsrisiken

- Sauerstoffmangel

- Infektionen

- Schädelfrakturen/Knochenbrüche

- Nervenlähmungen

- Hirnblutungen

- Mechanische Verletzungen (durch Zange, Saugglocke, Herausziehen des Kindes bei Steißlage)

- Nabelschnurkomplikationen

- Mehrlingsgeburt

- Geburtsstillstand

- Blutungen

- Großes Kind

- verengtes Becken

- schlechte Kindslage

- Veränderungen/Ablösungen der Plazenta

- Frühgeburt bis zur 37. Schwangerschaftswoche

- Spätgeburt über die 41. Schwangerschaftswoche hinaus

- Sepsis durch Krankenhauserreger

- Fruchtwassereinnahme

- Apnoen

- Hohes Alter der Mutter

- Pränatal diagnostizierbare Erkrankungen in der Familie

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Diese Aufzählung ist nicht abschließend, sondern zeigt die Vielschichtigkeit der möglichen Komplikationen deutlich auf. Auch aufgrund dieser Risiken werden heutzutage nur noch sehr selten Hausgeburten vorgenommen, da in kritischen Situationen nicht innerhalb kürzester Zeit angemessen reagiert werden kann. In Notsituationen sind oft Kaiserschnitte zwingend erforderlich.

Relativ selten und dann zumeist auch nur geringe Schadenersatzansprüche nach sich ziehend treten mütterliche Geburtsschäden auf. Bei diesen handelt es sich vorwiegend um Organ- und/oder Weichteilverletzungen nach operativ entbindenden Maßnahmen. Beispielhaft aufgezählt seien Verletzungen von Blase, Harnleiter oder Darm bei einer Kaiserschnittentbindung sowie Zerreissungen der Scheide, des Dammes oder Gebärmutterhalses bei Zangen-/ Vakuum-/ oder Beckenendlagengeburten. Wundheilstörungen sind nur selten Gegenstand von Schadenersatzansprüchen.

Anders ist die Situation hinsichtlich der Schädigungen des Kindes. Verletzungen des knöchernen Skeletts, insbesondere am Oberarm, Schlüsselbein und Oberschenkel, kombiniert mit peripheren Nervenschäden, zumeist als Folgen vaginal-operativer Entbindungen, haben zwar an Häufigkeit und Schwere der Verletzungen abgenommen. Eine große Bedeutung im Bereich der Geburtsschädigungen haben aber die Fälle cerebralgeschädigter Kinder. Dabei ist zu konstatieren, dass zwischen dem Schweregrad eines Sauerstoffmangels unter der Geburt und dem Ausmaß einer nachfolgenden Hirnschädigung oft verwertbare Beziehungen bestehen. Diese besagen, dass bei einem leichten Sauerstoffmangel nur mit geringfügigen Anpassungsstörungen des Kindes nach der Geburt ohne krankhaft erkennbare Defekte, fehlenden oder nur geringfügigen Störungen, bei schwerem Sauerstoffmangel dagegen mit ausgeprägten Anpassungsstörungen, ausgedehnten krankhaften Veränderungen und schweren nachfolgenden neurologischen und psychischen Störungen zu rechnen ist.

Festzustellen ist jedenfalls, dass durch die rechtzeitige Indikation zum Kaiserschnitt die Zahl schwerer geistiger und/oder körperlicher Behinderungen von Kindern zu senken ist.

Zu den typischen Weichteilverletzungen des Neugeborenen sind Blutergüsse im Bereich der Kopfschwarte nach Spontangeburten, häufiger allerdings nach Zangen- oder Vakuumextraktionen zu zählen.

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