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Rechtsanwälte für Patienten e.V.

Schadenersatzansprüche

Je nach Schwere der Gesundheitsschädigung hat das geschädigte Kind Ansprüche auf Schmerzensgeld und Schadensersatz. Hierbei treten die Eltern als dessen gesetzlicher Vertreter auf. Bei schweren Schäden ist es umso dringlicher, abklären zu lassen, wodurch es zur Schädigung gekommen ist und ob diese vermeidbar gewesen ist, um eine mögliche Haftungsfrage abklären zu können.

In der Rechtsprechung wurden bis zum Jahre 1985 selbst in Fällen schwerster Hirnschädigung des Kindes kaum über 60.000,- DM Schmerzensgelder zugesprochen (BGH VersR 1986, 465). Seither steigen die Beträge aber kontinuierlich an und liegen derzeit bei schweren Schäden im hohen sechsstelligen Bereich. Das bislang höchste ausgeurteilte Schmerzensgeld im Bereich der geburtshilflichen Behandlungsfehler dürfte bei 550.000,- DM (LG Duisburg, Urteil v. 15.07.1998, Az. 2 - (20) O 468/94) liegen.

Der materielle Schaden besteht im wesentlichen aus dem Ersatz des personellen Betreuungsaufwandes für die Eltern. Hinsichtlich der Höhe der Pflegekosten bietet sich angesichts des recht hohen zu erwartenden Anspruches in jedem Falle die Einholung eines Pflegegutachtens an, dass die Stundenanzahl für die benötigte Pflegehilfe enthält. Es ist insbesondere zu berücksichtigen, dass die sachgemäße Pflege eines schwer behinderten Kindes einen weit über die übliche Betreuung eines Kindes hinausgehenden Pflegeaufwand erfordert. Allein einfache körperliche Pflegemaßnahmen umfassen oft bereits einen Achtstundentag. Die adäquate Vergütung liegt momentan bei rund 15,00 DM bis 20,00 DM pro Stunde.

Dazu kommen noch Ansprüche der Kosten für den behindertengerechten Umbau der Wohnung, Kauf eines entsprechenden Kfz und später auch der entgangene hypothetische Verdienst.

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